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Strommessgerät für die Steckdose: Stromverbrauch und Standby richtig messen

Ein einfaches Zwischenstecker-Messgerät reicht, um Stromfresser im Haushalt zu finden. Entscheidend ist, wie klein die Last sein darf, die es noch sauber erfasst, und wie lange Sie messen. Wir erklären die Messmethode, was Verbraucherzentrale, Umweltbundesamt und Stiftung Warentest dazu sagen, und für wen Brennenstuhl, Hama oder die FRITZ!-Steckdose passt.

SellPix Redaktion10 Min. LesezeitAktualisiert am 10. Oktober 2026

Kurz gesagt: Für die meisten Haushalte reicht ein Zwischenstecker-Messgerät mit Display, das Sie zwischen Steckdose und Gerät stecken. Achten Sie darauf, dass es auch kleine Lasten unter 2 Watt erfasst, sonst bleibt gerade der Standby-Verbrauch unsichtbar. Wer eine FRITZ!Box mit DECT hat und Dauerverbraucher über Wochen beobachten will, ist mit einer messenden FRITZ!-Steckdose besser bedient; für gelegentliche Einzelmessungen genügt ein günstiges Messgerät von Hama oder Brennenstuhl. Bevor Sie kaufen: Einige Beratungsstellen der Verbraucherzentrale NRW verleihen Strommessgeräte.

Stromfresser mit dem Messgerät finden – Eigene redaktionelle Grafik · kein Produktfoto

Warum sich das Messen lohnt

Die Verbraucherzentrale nennt das Strommessgerät schlicht die einfachste Methode, den Verbrauch einzelner Geräte zu ermitteln. Das ist nützlicher, als es klingt: Auf der Stromrechnung sehen Sie nur die Summe, nicht welches Gerät sie verursacht. Das Umweltbundesamt beziffert die Kosten von Leerlaufverlusten in Deutschland auf mehrere Milliarden Euro pro Jahr. Standby ist dabei nur eine Form des Leerlaufs; auch Netzteile, die nach dem Ausschalten warm bleiben, ziehen weiter Strom. Für solche Geräte (Steh- und Schreibtischlampen, Laptops, Bürogeräte) nennt die Verbraucherzentrale eine ungenutzte Leistungsaufnahme von 0,5 bis 10 Watt.

Seit 2009 begrenzt die EU-Verordnung 1275/2008 die Leistung im Bereitschafts- und Aus-Zustand, die zweite Stufe gilt seit dem 6. Januar 2013. Laut Umweltbundesamt betrifft sie aber nur Geräte, die neu in den Handel kommen, nicht die Altgeräte in Ihrem Haushalt. Die Verbraucherzentrale ergänzt einen wichtigen Haken: Für neuere Geräte gilt im Standby eine Obergrenze von 0,5 Watt, nicht aber für vernetzte Geräte wie Smart Speaker, Set-Top-Boxen oder Spielekonsolen. Genau dort lohnt sich das Nachmessen am meisten.

Worauf es beim Messgerät ankommt

1. Die kleinste Last, die es zuverlässig erfasst. Die Stiftung Warentest hat im November 2022 (test 12/2022) 15 Strommessgeräte geprüft und schreibt im frei lesbaren Teil, dass einige Modelle nur darauf ausgelegt sind, Leistungen oberhalb von 2 Watt zu erkennen. Für die Jagd auf Standby-Verbräuche ist das zu grob. Die Einzelnoten stehen hinter der Bezahlschranke; wir nennen sie deshalb nicht. Prüfen Sie im Datenblatt, ab welcher Leistung gemessen wird. Hama nennt auf der eigenen Produktseite einen Messbereich von 1 bis 3.680 Watt, im Amazon-Angebot steht dagegen „präzise Messergebnisse auch für kleine Verbraucher (> 0,1 W)“. Diesen Widerspruch konnten wir nicht auflösen. Die FRITZ!-Steckdose gibt eine Messgenauigkeit von ±100 mW bis 5 Watt an, das ist die genaueste Herstellerangabe in diesem Vergleich.

2. Der Eigenverbrauch. Ein Messgerät, das dauerhaft in der Steckdose bleibt, verbraucht selbst Strom. Hama gibt 0,37 Watt an. Die FRITZ!-Steckdose zieht laut Hersteller im Standby rund 0,5 Watt und maximal rund 1,1 Watt. Die Stiftung Warentest weist ausdrücklich darauf hin, dass smarte Steckdosen auch ohne angeschlossenes Gerät Strom verbrauchen. Für Brennenstuhl haben wir keinen veröffentlichten Eigenverbrauch gefunden.

3. Display oder App. Klassische Messgeräte zeigen den Wert direkt an. Smarte Steckdosen haben laut Stiftung Warentest in der Regel kein Display und funktionieren nicht mit jedem Router. Dafür speichern sie Verläufe, was für Kühlschrank oder Heizungspumpe viel aussagekräftiger ist als ein Momentwert.

4. Belastbarkeit. Hama und Brennenstuhl nennen 16 A. Die FRITZ!-Steckdose schaltet laut Hersteller Geräte bis 2.300 Watt; ein großer Heizlüfter oder Wasserkocher kann darüber liegen.

So messen Sie richtig

  1. Standby: Gerät normal ausschalten (Fernbedienung, Taste), dann Messgerät dazwischenstecken und den Wattwert ablesen. Bei Geräten mit Netzwerkfunktion zusätzlich den Modus „Schnellstart“ oder „Netzwerk-Standby“ prüfen.
  2. Geräte mit wechselnder Last wie Kühlschrank, Gefriertruhe oder Aquariumpumpe: mindestens 24 Stunden messen, besser eine ganze Woche, weil Kompressoren takten und Abtauphasen dazwischenkommen. Danach den angezeigten kWh-Wert durch die Messtage teilen und mit 365 multiplizieren.
  3. Dauerverbraucher mit konstanter Leistung wie Router oder Set-Top-Box: Leistung in Watt × 8.760 Stunden ÷ 1.000 ergibt die Kilowattstunden pro Jahr. Ein Gerät mit dauerhaft 5 Watt kommt so auf rund 44 kWh im Jahr.
  4. Kosten: Den Jahreswert mit Ihrem Arbeitspreis aus der Stromrechnung multiplizieren. Bei Geräten mit zwei Tarifen (Tag/Nacht) tragen Sie beide Preise ein.
  5. Vergleichen: Notieren Sie die Werte vor und nach einer Änderung, etwa nach dem Abschalten des Netzwerk-Standbys oder dem Einsatz einer schaltbaren Steckdosenleiste.

Typische Fehler

  • Nur kurz messen. Ein Momentwert von 80 Watt sagt beim Kühlschrank nichts über den Tagesverbrauch.
  • Zu grobes Messgerät für Standby. Zeigt das Gerät 0 W, kann der tatsächliche Wert trotzdem bei 1 bis 2 Watt liegen.
  • Großverbraucher überlasten. Prüfen Sie vor dem Messen eines Heizgeräts die maximale Last des Messgeräts.
  • Messgerät in Mehrfachsteckdose hinter anderen Großverbrauchern. Messen Sie immer nur das eine Gerät, das Sie bewerten wollen.

Checkliste: Stromverbrauch an der Steckdose messen

Kaufentscheidung

Wählen Sie die FRITZ!Smart Energy 200, wenn Sie bereits eine FRITZ!Box mit DECT-Basis nutzen und Dauerverbraucher über Tage oder Wochen auswerten wollen. Sie misst nach Herstellerangabe auch kleine Leistungen genau, zeichnet Verbrauch pro 15 Minuten, Tag, Monat und Jahr auf und kann Geräte bei Standby abschalten. Ohne FRITZ!Box ist sie nutzlos.

Wählen Sie das Hama Energiekostenmessgerät, wenn Sie ein günstiges Display-Gerät für Einzelmessungen suchen und Wert auf einen geringen, offen angegebenen Eigenverbrauch legen. Klären Sie vorher die Frage der Untergrenze (1 W laut Hama, 0,1 W laut Amazon-Angebot).

Wählen Sie das Brennenstuhl PM 231 E, wenn Ihnen ein schlichtes Messgerät mit Tag-/Nachttarif und Batterie-Pufferung reicht. Brennenstuhl veröffentlicht weder Eigenverbrauch noch Messuntergrenze; für sehr kleine Standby-Werte ist es deshalb die unsicherere Wahl.

Überspringen Sie den Kauf, wenn Sie nur einmal ein paar Geräte prüfen wollen: Leihen ist dann die sinnvollere Lösung.

Kriterium FRITZ!Smart Energy 200 Hama Energiekostenmessgerät Brennenstuhl PM 231 E
Anzeige App, FRITZ!Fon, FRITZ!Box-Oberfläche LCD, unbeleuchtet Display
Kleine Lasten ±100 mW bis 5 W (Hersteller) ab 1 W (Hama) bzw. > 0,1 W (Amazon) keine Angabe gefunden
Eigenverbrauch ca. 0,5 W Standby, max. ca. 1,1 W 0,37 W keine Angabe gefunden
Last schaltet bis 2.300 W max. 16 A max. 16 A
Verlauf 15 Min. / Tag / Monat / Jahr Min./Max., Energiemenge Gesamtverbrauch, Messzeit
Voraussetzung FRITZ!Box mit DECT, FRITZ!OS 6.83+ keine keine

Vor der Bestellung prüfen

  • FRITZ!Box-Modell: Die Steckdose braucht eine FRITZ!Box mit DECT-Basis, ausgenommen die FRITZ!Box 7412, und FRITZ!OS 6.83 oder neuer.
  • Einsatzort: FRITZ! nennt 0 bis 40 °C Umgebungstemperatur und schließt Nass- und Feuchträume aus. Für Waschküche oder Garage ist das zu beachten.
  • Variante: Laut Amazon-Angebot sind FRITZ!DECT 200 und FRITZ!Smart Energy 200 technisch identisch, nur das Gehäuse unterscheidet sich.
  • Hama-Untergrenze: Wenn Sie gezielt Standby unter 1 Watt messen wollen, fragen Sie vor dem Kauf beim Händler nach oder nutzen Sie die FRITZ!-Lösung.
  • Brennenstuhl-Batterien: Die drei LR44-Knopfzellen speichern laut Hersteller die Daten bei Stromausfall; sie sind enthalten, müssen aber irgendwann ersetzt werden.

Häufige Fragen

Wie genau sind günstige Strommessgeräte?

Die Stiftung Warentest fand 2022 gute Messergebnisse auch bei günstigen Modellen, warnte aber, dass einige erst Leistungen über 2 Watt erkennen. Für Kühlschrank, Fernseher oder Waschmaschine reicht ein einfaches Gerät, für Standby-Werte brauchen Sie eine niedrige Messuntergrenze.

Wie lange sollte ich den Kühlschrank messen?

Mindestens einen vollen Tag, besser eine Woche. Der Kompressor läuft in Intervallen, und Türöffnungen sowie Abtauphasen verändern den Verbrauch. Teilen Sie den gemessenen kWh-Wert durch die Anzahl der Tage und rechnen Sie auf 365 Tage hoch.

Darf ein ausgeschaltetes Gerät noch Strom verbrauchen?

Ja. Laut Verbraucherzentrale dürfen neuere Geräte im Standby bis zu 0,5 Watt ziehen. Für vernetzte Geräte wie Smart Speaker, Set-Top-Boxen und Spielekonsolen gilt diese Grenze nicht. Altgeräte fallen laut Umweltbundesamt ohnehin nicht unter die Verordnung.

Kann ich ein Strommessgerät ausleihen?

Ja. Die Verbraucherzentrale verweist auf eine Übersicht der Beratungsstellen der Verbraucherzentrale NRW, die Strommessgeräte verleihen. Auch manche Stadtwerke und Bibliotheken bieten das an; fragen Sie vor Ort nach.

Verbraucht eine smarte Steckdose selbst Strom?

Ja. Die FRITZ!Smart Energy 200 zieht laut Hersteller im Standby etwa 0,5 Watt. Lassen Sie sie deshalb nur dort dauerhaft stecken, wo Sie den Verlauf wirklich brauchen oder Geräte automatisch abschalten wollen.

So haben wir recherchiert

Wir haben die drei Geräte nicht selbst gekauft oder vermessen. Grundlage sind die Herstellerseiten von FRITZ! und Hama, der offizielle Brennenstuhl-Katalog 2023/2024, die Amazon-Angebote (geprüft am 2026-10-10) sowie die öffentlich lesbaren Teile von Verbraucherzentrale, Umweltbundesamt und Stiftung Warentest. Testnoten hinter der Bezahlschranke haben wir nicht übernommen. Offen bleibt die Messuntergrenze des Hama-Geräts und der Eigenverbrauch des Brennenstuhl-Geräts. Kauflinks und eine etwaige Provisionsbeziehung werden auf dieser Seite offengelegt.

Quellen